The Sex Gap - Trailer

Shownotes

Wusstet ihr, dass Herzinfarkte bei Frauen schlechter erkannt werden als bei Männern? Oder, dass die Dosierung von Medikamenten bei Frauen viel zu hoch sein kann - mit lebensgefährlichen Folgen? Hier bei “The Sex Gap” geht’s darum, wie das Geschlecht, also „sex”, beinflusst, wie gut man behandelt wird: Frauen und zum Beispiel auch nichtbinäre oder trans* Personen werden in der Medizin benachteiligt, denn: in vielen Bereichen in der Medizin ist der Mann nach wie vor der Standard. Podcast-Host Kari Kungel klärt gemeinsam mit Expert:innen und Betroffenen, welche Folgen das hat und schaut sich an, wie eine geschlechtersensible Medizin für mehr Gerechtigkeit für alle sorgen könnte.

Jeden zweiten Mittwoch erscheint eine neue Folge. Habt Ihr Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibt uns gerne an redaktion@gesundheit-hoeren.de


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WICHTIG: Dieser Podcast dient der Information und ersetzt keine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Alle Aussagen und Inhalte entsprechen dem aktuellen Wissens- und Kenntnisstand, der Veränderungen unterliegt.

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Kari Kungel - Wusstet ihr, dass circa die Hälfte der Menschen in der Medizin benachteiligt werden? Ich spreche von Frauen. Denn der Mann ist in der Medizin häufig der Standard und das hat echt viele Folgen und kann für Frauen lebensgefährlich sein. Zum Beispiel, weil die Symptome bei einem Herzinfarkt nicht oder schlechter erkannt werden. Weil die Dosierungen von Medikamenten für Frauen viel zu hoch sein können. Weil es lebensgefährliche Nebenwirkungen gibt, die man einfach nicht auf dem Schirm hatte. Weil die Medikamente vor allem an Männern getestet wurden. Aber auch die Diagnose von Krankheiten kann bei Frauen länger dauern. Im Fall von ADHS sogar sehr viel länger. Denn ADHS gilt als Jungskrankheit und es wird häufig übersehen, dass Mädchen daran genauso erkranken können.

Wir haben mit Johanna gesprochen. Sie hat erst mit 26 Jahren ihre Diagnose bekommen.

Johanna – Also, es war unglaublich befreiend, plötzlich sich die ganzen Sachen erklären zu können. Es hat mir ja einfach unglaublich viel Leidensdruck genommen, ja.

Kari Kungel - Mein Name ist Kari Kungel. Ich bin Gesundheitsjournalistin und ich bin in den letzten Jahren immer mal wieder über das Thema gendergerechte Medizin gestolpert. Und es ist echt krasser als ich dachte. Und deshalb geht‘s ihr bei „The Sex Gap“ darum, weshalb es so wichtig ist, das Geschlecht in der Medizin mehr zu beachten. Und zwar nicht nur das biologische - also das, was man auf Englisch als „Sex“ bezeichnet - , sondern auch, wie Gender - also gesellschaftliche Vorstellungen zum Beispiel Rollenklischees - eben auch beeinflussen können, wie gut wir behandelt werden. Zum Beispiel bekommen Frauen bei Schmerzen in der Notaufnahme oft weniger und/oder später als Männer nötige Schmerzmittel.Aber auch Männern bzw. der Männergesundheit schaden solche Rollenbilder total. Zum Beispiel so dieses „Männer weinen nicht“. Fabian, der hat mir erzählt, dass ihm seine Depression nicht geglaubt wurde und zwar von einem Oberarzt in einer psychiatrischen Klinik.

Fabian – Ja, und ich hab halt gesagt „Ich brauch Hilfe, haben Sie nen Platz? Haben Sie ein freies Bett?“ Und er hat dann so vor sich hin geschmunzelt. So „Hmhmhmhmhm, ist ja lustig. Wen verarschen Sie hier?“

Kari Kungel - Jetzt habe ich hier nur von Frauen und Männern gesprochen. Aber wir wollen hier natürlich über alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten reden. Insbesondere nicht-binäre Menschen oder Transpersonen, die erleben häufig auch Benachteiligungen in der Medizin.

Ich habe mich jetzt mit dem Thema gendergerechte Medizin beschäftigt. Das ist echt heftig.

Und über diese Ungerechtigkeit müssen wir sprechen. Deshalb machen wir diesen Podcast. Und ganz wichtig - ein Blick auf alle Geschlechter, das macht die Medizin für alle besser. Warum, hört ihr hier.

Sprecher – The Sex Gap. Ein Podcast von gesundheit-hören.de und der Apotheken Umschau. Produziert von Pola Berlin.

Kari Kungel - Jeden zweiten Mittwoch. Überall, wo es Podcasts gibt.

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